10.07.2016  14. Gernacher Benefiz Dorflauf der KAB und des Musikvereins
Großer Erfolg bei der 14. Auflage des Benefiz Dorflaufs

Ergebnisliste

Gernach (ES) 237 Läuferinnen und Läufer nahmen am diesjährigen Benefizlauf teil, der von der KAB Gernach jetzt schon zum 14. Mal veranstaltet wird. Das olympische Motto „Dabeisein ist alles“ war auch dieses Mal das Motto des Laufes: es geht nicht in erster Linie um den Sieg, sondern um das Erlebnis des Laufens in der Form wie es gut für die einzelne Läuferin, den einzelnen Läufer ist. Dieses sich durch die Bewegung selbst etwas Gutes zu tun – Laufen setzt ja bekannterweise Glückshormone frei – wird noch verstärkt durch die Gewißheit, durch eine freiwillige Spende als „Startgebühr“ auch Menschen zu unterstützen, die Unterstützung nötig haben. In diesem Jahr geht der Erlös an den Verein „Gemeinsam Leben – gemeinsam Lernen Schweinfurt e.V“ und das Antonia-Werr-Zentrum. „Unter dem Namen „Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen“ haben sich in Schweinfurt und Umgebung, wie bayern- und bundesweit viele Eltern behinderter und nichtbehinderter Kinder, Therapeuten und Ärzte zusammengeschlossen, um für das Recht auf Inklusion in allen Lebensbereichen einzutreten“ - so steht es auf der Homepage des Vereins (www.gemeinsamleben-schweinfurt.de) zu lesen. Und weiter: „Inklusion bedeutet, „mit allen Bürgerrechten dazu zu gehören“ und nicht nur dabei zu sein.“Konkret will der Verein dazu beitragen, dass Kinder mit und ohne Behinderung die Möglichkeit haben, miteinander und voneinander zu lernen. Ein weiteres Ziel: Kinder mit und ohne Behinderung sollen mehr Möglichkeiten bekommen, gemeinsam Freizeit zu verbringen; auch in der Arbeitswelt soll die Integration von Menschen mit Behinderung gefördert werden.
„Das Antonia-Werr-Zentrum ist eine heilpädagogisch-therapeutische Einrichtung der Jugendhilfe für Mädchen und junge Frauen in schwierigen Lebenssituationen im Alter zwischen 12 bis 21. Jahren.“ - so die allgemeine Beschreibung der Einrichtung. Die Mädchen und jungen Frauen erhalten Unterstützung in vielfältiger Weise, orientiert an ihrer konkreten Lebenssituation: So können sie die Hilfe des psychologisch - therapeutischen Fachdienstes in Anspruch nehmen, es gibt heilpädagogisch-erlebnispädagogische Angebote und Projekte, sie können eine Berufsausbildung absolvieren, und sie erhalten die Möglichkeit, ihren Glauben zu leben und weiter zu entwickeln. Träger des Antonia-Werr-Zentrums ist die Kongregation der Dienerinnen der Heiligen Kindheit Jesu; so heißen die „Oberzeller Schwestern“ offiziell.
Der Benefizlauf ist eingebettet in das Musikfest der Gernacher Musikkapelle. Am Vorabend fand der Gottesdienst für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Musikkapelle Gernach statt. Pfarrer Thomas Amrehn nahm in seiner Predigt Bezug auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und erinnerte daran, dass es gelte, die „herzensferne“ Frage des Gesetzeslehrers „ Wer ist mein Nächster ?“ zu ersetzen durch die Offenheit des Herzens für das Leid der Mitmenschen, und dort zuzupacken, wo Hilfe nötig ist, wie es auch der barmherzige Samariter getan habe.
Nach dem Gottesdienst konnten sich die zahlreichen Gäste an Spießbraten und anderen Köstlichkeiten erfreuen: das Spanferkel wurde von Metzgermeister Stephan Berchtold höchstpersönlich vor Ort am Spieß gedreht. Für gute Stimmung sorgte die Musikkapelle aus Egenhausen-Schlerieth.
Vor dem Start der Läufe in den verschiedenen Leistungsgruppen begrüßte der KAB-Vorsitzende Thomas Treutlein, auch namens seiner beiden Mitorganisatoren Alois Walter und Dieter Dietz die Läuferinnen und Läufer und bedankte sich für das Interesse an dem Dorflauf. Sein Dank galt auch den etwa 40 Helferinnen und Helfer, ohne deren Einsatz der Dorflauf nicht geschultert werden könnte. Die Zeit vom Ende des Laufes bis zur Siegerehrung überbrückte die Musikkapelle des Blindeninstituts, „The Brailers“; Tobias Walter, der Mitglied dieser Musikgruppe ist, hatte schon während der Läufe mit seinem Schlagzeug den Frauen und Männer auf der Strecke durch seine rhytmische Begleitung das Laufen erleichtert. Die Siegerehrung nahm der Schirmherr der Veranstaltung, Gerhard Eck vor. Dass der Benefizlauf auch über die Grenzen Gernachs hinaus bekannt und geschätzt ist, zeigte die Anwesenheit der stellvertretenden Landrätin Christine Bender und Bürgermeister Horst Herbert. Das Trio Eck – Bender – Herbert nahm auch die Siegerehrung für die verschiedenen Läufergruppen vor: Die Offene Behindertenarbeit Schweinfurt war die Gruppe mit den meisten TeilnehmerInnen. Die Offene Behindertenarbeit ist regelmäßig zu Gast beim Benefizlauf in Gernach: ein Stück gelebte Inklusion, Miteinander von Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Handicap. KOMM-IN, der Initiative in der Großgemeinde Kolitzheim für Offene Jugendarbeit, belegte den zweiten Platz, Dritter wurde die Gruppe Laufraum. Die drei prominenten Gäste überreichten auch die Hauptgewinne aus der Tombola, die Hauptpreise waren ein Gutschein für eine Ballonfahrt und ein hochwertiges Fahrrad. Insgesamt waren etwa 40 Preise zu gewinnen. Hier gilt der Dank Alois Walter, der mit unermüdlichem Eifer für die Sachpreise bei den Firmen der Umgebung „fechten“ ging. Sie erhielten flüssige Nahrung, und auch eine kräftige Brotzeit, die von Firmen gesponsert wurde.
Ein einer kurzen Ansprache würdigte Staatssekretär Gerhard Eck die Veranstalter des Dorflaufes: es sei keine Selbstverständlichkeit für ein Dorf wie Gernach, eine solche Veranstaltung zu stemmen. Er komme immer gern nach Gernach, weil er die Dorfgemeinschaft, die auch in der Organisation dieses Laufes spürbar werde, schätze. Er lud die Helfer zu einer Fahrt zum Baumwipfelpfad nach Handthal ein. Stellv. Landrätin Christine Bender schloss sich seinen Dankesworten an. Am Nachmittag waren dann die Musikanten aus Brebersdorf zu Gast und spielten zur Unterhaltung auf. Viele Gäste, auch aus den umliegenden Gemeinden saßen auf dem Dorfplatz in Gernach noch zu angeregter Unterhaltung bei angenehmem Wetter zusammen.
ES./Mainpost